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Selbstgenähte Mode für festliche Anlässe

Erst kommt Weihnachten, dann schon Silvester: Der Dezember wartet gleich mit zwei festlichen Anlässen auf. Ob zum gemütlichen Weihnachtessen in der Familie oder zur coolen Party zum Start ins neue Jahr – auch an Festtagen ist selbstgenähte Mode angesagt. Also ran an die Maschine!

Weihnachten. Es gibt kaum einen besseren Anlass im Jahr, an dem die eigenen Kinder schicke Festtagsmode ausführen und die Oma, Tanten und sonstigen Verwandten zu Begeisterungsschreien des Entzückens hinreißen können. Ob aufwendig genähte Kleidchen aus mehreren Lagen und mit vielen Rüschen und Verzierungen oder eher schlichte Schnitte, die am Ende durch eine hochwertige Stoffauswahl punkten – das Angebot an Schnitten ist auch in diesem Bereich ausgesprochen riesig. Auch Anfänger müssen übrigens keine Angst davor haben, sich an Festtagsmode zu trauen. Viele Schnitte lassen sich auch schon mit einfachen Mitteln umsetzen und sorgen dafür, dass am Ende trotzdem ein schönes, festliches und vorzeigbares Ergebnis steht.

FideliaEiner dieser einfachen Schnitte, der trotzdem für große Wirkung sorgt, ist die Fidelia von Erbsünde. Gerade Kanten haben hier den Vorteil, dass selbst das Einsetzen der Ärmel, wenn man das noch nie gemacht hat, sich ausgesprochen leicht bewältigen lässt. Gleichzeitig lädt Fidelia dazu ein, sich mit kreativen Details auszutoben. Schon eine aufgesetzte Stoffblume kann hier zum originellen Hingucker werden und das schichte Kleid in ein Festtagskleid verwandeln. Noch schicker wird das Kleid mit einer zusätzlichen Lage aus Tüll. Wie das geht, ist im umfangreichen E-Book ebenfalls sehr detailliert beschrieben.

ElodieDeutlich aufwendiger, aber in punkto Festtagsmode ein echter Klassiker ist die Elodie von collie-collie.com und Farbenmix. Das Drehkleid kann in verschiedenen Varianten genäht werden, auch verschiedene Ärmel wie Puffärmel, Ärmel mit Kellerfalten etc. stehen zur Auswahl. Am Oberkörper ist Elodie sehr figurbetont geschnitten. Der Rockteil fällt weit und verstärkt den Eindruck eines Romantikkleides. Elodie lädt auch regelrecht dazu ein, mit dem Material zu spielen und das Erscheinungsbild des Kleides immer wieder zu variieren. Baumwollstoffe wie Popeline machen Elodie zu einem Kleid, das auch alltagstauglich ist. Wer mutig ist, näht Elodie aus Seide oder Batist. Damit macht ein Mädchen nicht nur zu Weihnachten eine gute Figur – es ist auch für die nächste Hochzeit gleich mitausgestattet.

WillemientjeFür festliche Anlässe ähnlich beliebt wie Elodie ist Willemientje, ebenfalls von collie-collie.com und Farbenmix. Das lange, weit ausgeschnittene Kleid kann mit passendem Bolero genäht werden und verwandelt jedes Mädchen in eine kleine Prinzessin. Wie bei Elodie kann auch hier durch den Einsatz verschiedener Stoffe die Wirkung verändert werden – Webware ist genauso geeignet wie Samt oder Pannesamt. Aber Achtung: Der Stoffverbrauch für Willemientje ist hoch, in Größe 110/116 werden für Ober- und Unterkleid ohne Futter und Tüll zusammen schon fast drei Meter benötigt.

Mädchendirndl FräuleinEinfacher gestaltet sich die Entscheidung für ein Festtagskleid übrigens in Bayern. Hier ist es fast klar, was Mädchen tragen: Dirndl. Dirndl haben jedoch einen großen Nachteil: Richtige Trachtenstoffe sind sehr teuer – und wer ein Dirndl von der ersten bis zur letzten Naht komplett selber näht, muss mit mindestens 20 Arbeitsstunden rechnen. Wer davon abgeschreckt wird, findet zum Glück auch deutlich einfachere Alternativen, die den Trachtenlook jedoch wunderschön wiedergeben. Ein echter Lieblingsschnitt in diesem Bereich ist das Mädchendirndl Fräulein von Design ANNArchie. Der Schnitt wird aus einfacher Webware genäht und lässt sich in einem überschaubaren Zeitrahmen umsetzen – nur die Ösen für Schnürung auf der Vorderseite kann unter Umständen sehr viel Feinmotorik erfordern. Obwohl Fräulein eigentlich als Sommerkleid konzipiert ist, lässt es sich auch im Winter mit einem dünnen Langarmshirt perfekt auch zu festlichen Anlässen tragen. Allerdings richtet sich der Schnitt eher an kleinere Kinder: Das E-Book umfasst lediglich die Größen von 80 bis 116.

MarieBei festlicher Kleidung auf keinen Fall fehlen dürfen auch Schnittmuster für Ballonkleider. Ein schönes Ballonkleid ist Marie von FeeFee. Ob mit Kapuze genäht oder ohne, das Kleid macht nicht nur unter dem Weihnachtsbaum, sondern auch als kleiner Mädchentraum im Alltag eine gute Figur.

SammyHalt, werden hier jetzt vielleicht manche Leser sagen: Warum eigentlich immer nur Kleider und Mädchen? Wir haben doch kleine Jungen, wie sollen wir die zu Weihnachten benähen? Zugegeben: Die Auswahl in diesem Bereich ist beschränkt. Dennoch gibt es auch hier mögliche Nähideen. Hemden zum Beispiel, mögliche Anregungen sind hier das Lieblingshemd von der Erbsenprinzessin oder das noch recht neu erschienene Hemd Sammy von Rosile. Hier ist die halbe Knopfleiste ein echter Hingucker. Als Hose sieht dazu eine Chino gut aus. Ein Schnitt, der sich hier gut umsetzen lässt, ist die Chinohose Phino, ebenfalls wie das Ballonkleid aus der Feder von FeeFee.


Festliche Mode für Damen

Sind die Kinder ausgestattet, ist die Zeit gekommen, auch an das eigene Festtagsoutfit zu denken. Die Auswahl an schönen Damenkleidern ist unglaublich riesig – egal, für welche Figur und für welchen Anlass, es gibt für jeden den passenden Schnitt. Aus diesem Grund möchten wir an dieser Stelle nur drei Beispiele nennen, die für Inspiration sorgen sollen: Das Maxikleid Breezy.kleid von Leni Pepunkt, Rebekka von Allerlieblichst und das noch recht neu erschienene Raglankleid Herbstgold von Die wilde Matrossel.

BreezyBreezy ist ein echtes Verwandlungswunder. Das Kleid lässt sich sowohl bodenlang als auch in Tunika-Länge nähen, sogar nicht dehnbare Stoffe können verwendet werden. Besonders gut eignet sich für den Schnitt jedoch leichte, fließende Viskose. Damit ist das Kleid nicht nur ideal für die Silvesterparty, es kann auch an warmen Sommertagen wieder aus dem Schrank geholt werden und trägt sich dabei ausgesprochen angenehm.

RebekkaRebekka von Allerlieblichst ist als Winterkleid konzipiert. Wer den Ausschnitt, wie in der Anleitung vorgeschlagen, mit Spitze verziert, setzt einen besonders festlichen Akzent. Praktischerweise ist Rebekka oben eng und unten weit geschnitten, so dass sich auch das eine oder andere Weihnachtszeit-Lebkuchen-Pfündchen gut verbergen lässt. Der Aufwand ist hingegen überschaubar. Damit lässt sich Rebekka auch noch kurz vor dem Fest nähen, wenn die Zeit langsam knapp wird.

Ein Figurschmeichler auch für größere Größen ist das Raglankleid Herbstgold von Die wilde Matrossel. In seiner klassischen Version wird es mit einer Schleife am vorderen Ausschnitt genäht, allerdings lässt sich das Vorderteil auch in ein einzelnes Schnitteil verwandeln. Die Designerin selber bezeichnet den Schnitt als "Liebesbeweis an die Weiblichkeit". Entsprechend passt das Kleid zu so ziemlich jeder Figur und lässt sich je nach Stoffwahl romantisch, verspielt, lässig oder edel gestalten.

Ideen für Männer

Und die Männer? Tja. Wie schon bei den Jungs ist das Angebot hier ausgesprochen überschaubar, echte festliche Schnitte für Männer sind noch Mangelware. Einen möglichen Ansatz bietet jedoch das Hemd Niggl von Mondbresal. Die Gestaltung kann perfekt auf den jeweiligen Männertyp abgestimmt werden, es gibt eine Anleitung für Knopfleiste und Stehkragen, für Beleg und Schlitz oder für Ösen und eine Schnürung. Auch dazu passt eine Chino-Hose – zum Beispiel die "Chino für Herren" von Schnittmenge. Das Projekt eignet sich jedoch eher für Fortgeschrittene als für Anfänger.

Doch egal, ob für Jungen oder Männer: Am Ende des Tages darf für beide ein wichtiges Accessoire nicht fehlen – die Krawatte. Natürlich kann auch die selbstgenäht werden –zum Beispiel nach dem Schnitt "Krawatte Arne" von Kreativlabor Berlin. Den Schnitt gibt es in vier verschiedenen Größen. Das macht das Endergebnis gleichermaßen zeitlos wie elegant.

Und, habt ihr euren Lieblingsschnitt gefunden? Dann nichts wie ran an die Maschine – wir freuen uns auf viele Fotos von euren Werken. Welche Weihnachtsoutfits sind eure Lieblingsoutfits? Wir sind gespannt auf eure Ideen und Kommentare, die ihr am Ende dieses Artikels hinterlassen könnt.