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Nähverrückte unter sich: Das Sewunity-Team bei der sew! 2016 in Pliening bei München

Es rattert und rattert und rattert … So viele Nähmaschinen in einem einzigen Raum sieht man selten. Dazwischen: Frauen. Jede Menge Frauen, weit mehr als 200 von ihnen, die konzentriert an Projekten arbeiten, Workshops besuchen oder sich einfach nur darüber freuen, sich mit anderen Nähverrückten austauschen zu können. Das war sie, die sew! 2016, der größte Nähtreff Süddeutschlands, der 2016 bereits das zweite Jahr in Folge stattfand. Ort des Geschehens: ein Bürgerzentrum in Pliening, einer kleinen Gemeinde im Münchner Osten. Organisiert wurde das Mega-Event auch in diesem Jahr wieder rundum perfekt von Doreen Richter, Inhaberin des Stoffladens "Sonntagshase" in Poing, der mittlerweile auch eine zweite Niederlassung in Augsburg hat.

sew!2016Ob Workshops – zum Beispiel bei Ilka von erbsünde oder Kerstin von Fred von Soho –, freies Nähen an den zahlreichen Nähplätzen, Stoffshopping, Party und einfach jede Menge Spaß: Die sew! 2016 sorgte nicht nur für strahlende Gesichter, sondern setzte die Teilnehmerinnen noch tagelang in eine angenehme Ekstase. Und wir, Steffi und Caro vom Sewunity-Team, hatten das unverschämte Glück, uns den kompletten Samstag unter die Teilnehmer mischen zu dürfen. Wollt ihr wissen, was wir dort erlebt haben? Wir lassen euch an unserem Ausflug teilhaben – und haben unser ganz persönliches sew!-Tagebuch geschrieben.

Freitag, 6.5., 18 Uhr: Nur noch wenige Stunden bis zur sew! Die Nähmaschine im Keller ist abgebaut und wartet im Flur, eine riesige Tasche voller Stoffe, Garn, Scheren und sonstigem Nähzubehör steht ebenfalls bereit. Ein ganzes Jahr liegt mein Besuch der ersten sew! im Jahr 2015 schon zurück – und immer noch in fröhlichen Erinnerungen schwelgend freue ich mich wahnsinnig darauf, auch in diesem Jahr wieder dabeisein zu dürfen. Meiner Freundin Therese, die mich schon letztes Jahr zur sew! begleitet hat, geht es ähnlich. Via Whatsapp und Facebook planen wir die letzten Details zur Abfahrt. Hoffentlich kann ich überhaupt schlafen. (Steffi)

Freitag, 6.5., 18 Uhr. Ich stehe in meinem Nähzimmer. WAS muss ich nur alles mitnehmen? Gerade eben bin ich mit dem Zuschnitt meiner beiden geplanten Projekte fertig geworden, also jetzt mal packen. Nähmaschine, ja, und das Netzteil nicht vergessen! Die beiden Projekte in einzelne Stoffbeutel verpackt (sonst find ich nachher ja gar nix mehr), alles fein säuberlich in eine Kiste gepackt. Schere? Nadelkissen? Hab ich das farblich passende Garn eingesteckt? Ach ja, die Unterfadenspulen. Puh. Ich glaub, ich bin nervös. (Caro)

Freitag, 6.5., 22 Uhr. Immer noch wach. Dabei steht fest, dass der Wecker um 6.45 gnadenlos klingeln wird! Habe ich auch nichts vergessen? Und werde ich morgen Caro, meine liebe Sewunity-Kollegin morgen auch wirklich auf Anhieb erkennen? So viele Monate arbeiten wir jetzt schon zusammen, besprechen uns gefühlt jeden Tag über einen Messanger – nur gesehen haben wir uns noch nicht. Na ja, wird schon werden … (Steffi)

Freitag, 6.5., 22.30 Uhr. Hab ich WIRKLICH alles eingepackt? Mann. Einfach kurz zurückfahren ist halt nicht. Ich glaub, ich bin nervös. Ich kenn da ja niemanden ... also, persönlich. Virtuell weiß ich von einer ganzen Reihe Mädels, dass sie kommen werden. Naja. Wird schon werden. Hoffentlich verschlafe ich nicht ... (Caro)

Samstag, 7.5., 6.45 Uhr. Der Wecker klingelt. Gnadenlos. Warum bin ich eigentlich so bescheuert und stehe an einem Samstag freiwillig so früh auf? Aber klar: Die sew! In wenigen Sekunden bin ich hellwach und stehe unter der Dusche. (Steffi)

Samstag, 7.5., 7:00 Uhr. Ich sitze im Auto. Das Aufstehen war erstaunlich leicht in Anbetracht der Tatsache, dass ich erst gegen Mitternacht ins Bett gekommen bin und die ganze Nacht ein Glühwürmchen neben mir lag. Aber jetzt ist die Kleine nicht mehr so heiß und der WBEDW meint, ich soll ruhig fahren. Wäre ja auch schade sonst! Also Hörbuch an, und los geht es auf die Autobahn! 260 Kilometer liegen vor mir. Hoffentlich schaff ich das bis zum Einlass um 9:45 Uhr ... (Caro)

8:15 Uhr. Noch schnell einen Schluck Kaffee, dann langsam startklar machen. Gleich geht es los! Die Nähmaschine und meine XXL-Tasche sind im Auto verstaut. Schnell noch Therese abholen, die nur ein paar 100 Meter von mir entfernt wohnt. Auch sie füllt meinen Kofferraum und freut sich mit mir. Endlich geht es los! (Steffi)

8:30 Uhr: Ich liebe es, Autobahn zu fahren. Vor allem, wenn so wenig los ist wie heute früh. Die Baustelle zwischen Merklingen und Ulm liegt hinter mir, ich bin schon fast in Augsburg. Läuft! (Caro)

8:45 Uhr. Ich hasse es, Autobahn zu fahren. Entsprechend wählen wir die etwas längere Strecke über Land und befinden uns auf einer eintönigen Bundesstraße im Norden von München. Das Navi gibt 9:15 Uhr als Ankunftszeit aus.(Steffi)

9:00 Uhr: Runter von der Autobahn. Jetzt wird es spannend. Hoffentlich find ich das. Hoffentlich hat das Navi keinen Bug ...(Caro)

9:18 Uhr. Ha! Angekommen! Wir rollen auf den Parkhaus den Plieninger Bürgerhauses. Es gibt noch reichlich Parkplätze, gemütlich machen wir uns auf den Weg zum Eingang. Noch zu. O.k., warten wir noch ein bisschen. (Steffi)

9:19 Uhr. Ich bin da! Unverkennbar. Zum einen steht da ein ganze Haufen Frauen mit VIEL Gepäck vor dem Bürgerhaus, zum einen zeigt ein Banner eindeutig, dass hier die sew! stattfindet. Ich fahre auf den Parkplatz – und DA! Da ist Steffi! Sie läuft schon Richtung Eingang, als ich auf den Parkplatz einbiege. Wie konnte ich nur denken, dass ich sie vielleicht nicht erkenne?? (Caro)

9:20 Uhr. Ach, laden wir doch schon mal einen Teil aus dem Auto aus. Auf dem Parkplatz kommt mir eine sehr bekannte Gestalt entgegen: Caro! Natürlich erkennen wir uns auf Anhieb – und dass es wirklich unsere erste Live-Begegnung ist, kann ich kaum glauben. Fast ist es so, als würden wir uns mindestens dreimal pro Woche auf einen Kaffee in der Stadt treffen. Na ja, eigentlich tun wir das ja – wenn auch nur virtuell …Um 9.30 Uhr reihen wir uns gemeinsam in die länger werdende Schlange vor dem Bürgerhaus ein. Das nächste bekannte Gesicht läuft uns entgegen – Andrea, bei Sewunity bekannt als Goldfrosch! Lila Haare eignen sich perfekt als Markenzeichen. Sie gesellt sich zu uns und wartet mit uns gemeinsam. (Steffi)

9.30 Uhr. Wieder einmal zeigt sich: Nähen verbindet. Auch Steffis Freundin Therese ist mir sofort sympathisch und wir haben jede Menge Gesprächsstoff. Die letzten Minuten vor dem Einlass vergehen wie im Flug. Und so viele „bekannte“ Gesichter! Dich kenn ich doch von Facebook ... Deinen Blog les ich gern ... Hey, wir kennen uns doch aus einem Probenähen ... Irre. (Caro)

9:45 Uhr. Endlich Einlass! Wir stehen ganz vorne in der Schlange und nehmen glücklich unser Teilnehmerbändchen und einen prall gefüllten Goodie-Bag entgegen. Eins der tollsten Präsente: Türanhänger fürs Nähzimmer von Sewunity. Wir freuen uns, als wir merken, dass sie den anderen Teilnehmern auch so gut gefallen wie uns. Schnell rauf in den ersten Stock des Bürgerhauses. Wir belegen einen großen Nähplatz am Fenster und halten Plätze für weitere Sewunity-Mitglieder frei. Einen unter anderem für Diana alias Rossini, die uns ausfindig macht, als wir uns gerade auf den Weg zum gut gefüllten Frühstücksbuffet machen.(Steffi)

9.50 Uhr. Brauchen wir noch was? Ach so, ja – das Nähzeug! :D Das hatten wir ja erst mal noch im Auto geparkt. Also noch mal raus, vorbei an einer LANGEN Schlange. Es war wohl schlau, direkt an der Tür gewartet zu haben. Voll bepackt mit Maschinen und Stoff gehen wir wieder zurück – und auf dem Rückweg treffen wir dann auch noch Frau Feuervogel samt Familie! Mindestens an den Kleidern ihrer Kinder hätten wir sie erkennen können – schließlich finden die sich komplett in der Sewunity-Galerie. Auf dem Rückweg ziehe ich mich schnell um. Unsere „Arbeitskleidung“, die Sewunity-T-Shirts, ist nämlich erst gestern bei Steffi angeliefert worden. Joah, scho a bissle eng. Aber es geht. Der Notfallplan (das Logo mithilfe von mitgebrachtem Vliesofix auf ein mitgebrachtes T-Shirt zu applizieren) muss nicht in Kraft treten. Jetzt sind wir also richtig offiziell! (Caro)

10:00 Uhr. Nach zwei Semmeln wäre jetzt eigentlich die Zeit, mal langsam mit dem Nähen zu beginnen …. fast. Erst einmal müssen noch ein paar Stoffe gestreichelt werden. Im Vorraum zum Bürgersaal hat Doreen vom Sonntagshasen nahezu ihren kompletten Laden aufgebaut und verkauft Traumstoffe mit gutem Rabatt. Ich stelle mich mit zwei Ballen in die Schlange – und doch siegt die Vernunft. Ich habe doch so viel Stoff! Erhobenen Hauptes lege ich beide Ballen ins Regal zurück. Ich werde doch wohl nicht krank werden? (Steffi)

10:10 Uhr. Ichbrauchnixichbrauchnixichbrauchnix ... Dieses Mantra ist wichtig heute. Die Verführung ist schon sehr groß. Und dann das: Da steht, ganz unauffällig und ganz unten im Regal, die perfekte Paspel für mein Projekt für heute. Ursel von Bunte Knete von Frl. Päng hab ich mir vorgenommen. Paspel wollte ich eigentlich selbst machen. Aber die hier – die ist einfach wie dafür gemacht. Dann muss ich wohl DOCH was kaufen. Ich Arme .... ;) (Caro)

10:30 Uhr. Endlich am Nähplatz. Wozu waren wir nochmal hier? Zum quatschen, oder? … nein, auch zum Nähen. Mein Projekt der sew! 2016 ist die Kugeltasche von der farbenmix-Taschenspieler-CD. Fleißig, wie ich bin, habe ich schon alle Teile zugeschnitten und bin startklar. Meine Freundin Therese, die neben mir sitzt, hat das gleiche Projekt vor sich. Wir fangen erst einmal gemütlich mit dem Aufspulen einer Garnrolle an. (Steffi)

10:45 Uhr. Mein Stoff nervt mich. Ich hab Polsterstoff vom Stoffmarkt gewählt, und wenn mir heute irgendwer sagt, dass Jersey sich immer so doof einrollt, dann zeig ich ihm das mal. Die zugeschnittenen Teile rollen sich KOMPLETT ein! Zu Hause würd ich jetzt rumschimpfen. Aber die Stimmung hier ist so gut – das wird schon werden. Und Bügeleisen gibt es ja auch ...(Caro)

Steffi näht bei der sew!

11:00 Uhr. Dafür, dass so viele Frauen in einem Raum sitzen, ist es ausgesprochen ruhig. Es wird geplaudert – aber alle arbeiten ganz konzentriert an ihren Projekten. Mittlerweile haben auch die Näh-Workshops begonnen. Hinter uns hilft Kerstin von Fred von Soho den Teilnehmerinnen auf die Sprünge, die unter anderem eine Herzdame nähen – ein paar Reihen vor uns werden mit Ilka von erbsünde ihre Schnitte genäht. Auf der Empore oben verrät Chrissy von Tilu-Design das Geheimnis einer perfekten Applikation. Weitere Workshops veranstalten unter anderem Heike von Lieblingsnaht, Christina von rosarosa und Nicki von dasElfele. (Steffi)

Plotterservice und Covermaschinen11:30 Uhr. Ich komm mal wieder vom Bügeln – und nutze den Weg, mal eben auf der Bühne vorbeizuschauen. Dort hat der Nähpark ein paar Covermaschinen aufgestellt, die man mal probenähen könnte. Doch ich bleibe standhaft. Keine Begehrlichkeiten wecken!! Den Plotterservice schau ich mir mal genauer an. Eine tolle Sache, man kann sich Wunschmotive plotten lassen. Hätte ich das mal vorher überlegt, dann hätte ich ...(Caro)

12:00 Uhr. Doreen kündigt an, dass das Mittagessen bereit steht. Essen? Jetzt? Kriegt man beim Nähen Hunger? Und überhaupt … so richtig was genäht habe ich noch gar nicht. Immerhin sind die Aufhängerschlaufen für meine Tasche weitestgehend vorbereitet und an Vorder- und Hinterteil montiert.(Steffi)

12:00 Uhr. Essen? Mir ist überhaupt nicht aufgefallen, wie die Zeit vergeht. Aber der Zeitpunkt für eine Pause ist gar nicht so schlecht. Die Außentasche ist nämlich schon fertig. Offensichtlich ist Nähen in der Gemeinschaft sehr hilfreich für den „Flow“. Und die supertolle Paspel hat den Rollstoff auch gebändigt. (Caro)

12:20 Uhr. O.k., so eine leckere Suppe … und dann noch einen Kaffee. In der Sonne. Es ist so schön warm. Aber so richtig entspannen kann ich nicht. Ich will doch weiternähen!

Photobox

12:45 Uhr. Das Sewunity-Team und die Sewunity-User belagern die Selfie-Fotobox. Wir machen lustige Gruppenbilder – yeah, das macht Spaß! Überhaupt: Die Selfie-Box ist eines DER Highlights der sew! 2016. Schließlich wollen wir doch Erinnerungen für die nächsten Monate mit nach Hause nehmen.(Steffi)

Dafür, dass wir uns alle für erwachsene Frauen halten, sind wir ganz schön albern. :) Aber es zeigt uns auf jeden Fall eins: Wir haben uns zwar alle bis heute morgen nur virtuell gekannt – aber das Gefühl, dass man sich schon ewig kennt, ist bei allen da.(Caro)

13.30 Uhr. Nähen macht so high. Ich vergesse Zeit und Raum. Ich vergesse sogar meine Taschenschlaufen. Mist, jetzt habe ich eine aus Versehen mit eingenäht. Der Nahttrenner ist mein Freund! (Steffi)

14:00 Uhr: Manchmal wäre es sinnvoll, die Anleitung RICHTIG zu lesen, bevor man einkauft. Warum nur hab ich Vierkantringe mitgenommen? Da steht doch eindeutig D-Ringe? Und einen Schieber, damit der Gurt verstellbar wird, liegt auch nicht in meiner Tüte. Dafür aber in Steffis. Herrlich. Als Dankeschön fädle ich mal eine Runde Schieber auf Endlosreißverschluss. Das hatte ich ja eigentlich im letzten Nähkästchen erklärt, aber offensichtlich müssen manche unserer User das noch mal nachlesen. ;) (Caro)

14.30 Uhr. Zeit für einen kurzen Kaffee und ein Stück Kuchen. Warum habe ich mir eigentlich noch massig Webware für mögliche sew!-Anschlussprojekte nach Fertigstellung der Tasche eingepackt? Die Tasche wird nicht ansatzweise fertig. Immerhin habe ich so langsam Teile der aufgesetzten Seitentaschen fertiggestellt. Mann, ist das viel Arbeit … aber der Reißverschluss sitzt.(Steffi)

15:25 Uhr. ICH BIN FERTIG! Meine Ursel ist komplett. Bevor ich mit meinem Zweitprojekt (ja, ich war optimistisch) weitermache, besinne ich mich mal eben meines redaktionellen Auftrags: Ich gehe Fotos machen. Auch wenn sich die Stimmung im Bürgerhaus nur schwer einfangen lässt, ein bisschen was wollen wir den Zuhausegebliebenen doch zeigen.(Caro)Die Stimmung im Bürgerhaus

15:30 Uhr. Waah! Caro ist mit ihrer Tasche fertig! Therese und ich mit unserern noch nicht ansatzweise. Wir sitzen immer noch an den Außentaschen. Aber die Tasche von Caro ist der Hammer! Die würde mir auch gefallen. Was muss ich tun, damit sie sie mir schenkt? Ich glaube, das werde ich nicht schaffen. (Steffi)

15:45 Uhr. Ich wusste es doch!! Irgendwas vergesse ich garantiert, und was hab ich vergessen? Das extra am Freitagvormittag noch gekaufte farblich passende Garn für das Zweitprojekt. Grmpf. Und Pfirsich hat natürlich auch weder der Sonntagshase dabei noch jemand bei uns am Tisch ... Dann fang ich eben mit weiß an zu nähen. Passt schon.16:00 Uhr. Wow. Wo ist nur die Zeit hin? Es ist sechzehn Uhr. Der Tag auf der sew! neigt sich dem Ende zu. Ob ich trotzdem noch mit der Knopfleiste anfange? Ja, los geht’s. Mein Angstgegner ist nur halb so stark, wenn ich von lauter tollen Näh-Mädels umgeben bin ...(Caro)

16:30 Uhr. Oh nein! Das, was vor mir liegt, sind immer noch nicht nach Tasche aus … aber immerhin habe ich jetzt so etwas wie einen Außenring ohne Seitenteile. Ich kann noch immer nicht glauben, dass das Projekt dermaßen zeitaufwendig ist. Dennoch stelle ich wieder einmal fest: Nähen in Gemeinschaft macht deutlich mehr Spaß als das Nähen alleine im Keller. Es ist so entspannend und … so gesellig. Wir quatschen über Gott und die Welt, tauschen Tipps und Tricks aus – und sind trotzdem dabei noch produktiv. Ein echter Luxus, einen ganzen Samstag lang nähen zu können. (Steffi)

16.35 Uhr. So, bevor ich die Knopfleiste einschneide, mach ich lieber Schluss. Ich könnte ja noch ein bisschen beim Stoffstand gucken gehen. Da war doch so ein wundervoller Stoff ... Ich meine, ich brauch ja nix. Aber der ist sooo schön ... und passt so gut zur sew!. Erinnerung zum Anziehen. Das wäre doch was, oder?

16:45 Uhr. Ich bin wirklich standhaft geblieben und hab mir NUR den einen Stoff mitgenommen. Erst anstehen zum Schneiden, dann noch mal anstehen zum Bezahlen. Da liest Doreen nebenan die Gewinner der Kllimperklein-Bücher vor – und ich werde tatsächlich aufgerufen! Was mach ich denn jetzt? Den Platz in der Schlange verlassen? Hilfe! Zum Glück stehen Näherinnen da auch zusammen – die Mädels vor und hinter mir halten mir meinen Platz frei ;) Cool, Buch gewonnen UND Stoff gekauft.(Caro)


16.46 Uhr. Wir müssen langsam zusammenpacken, der Raum soll für die Nähparty am Abend vorbereitet werden. Unterdessen werden noch 25 Klimperklein-Bücher verlost – und Fortuna meint es heute offenbar besonders gut mit uns. Caro, Therese UND ich gehören zu den Gewinnern – und weil ich das Buch ja schon besitze, verschenke ich es an meine Sitznachbarin zur Rechten weiter. Glück gehabt UND noch nett gewesen – was für eine schöne Kombi.

17:00 Uhr. Schluss, aus, vorbei, leider. Ich packe meine halbfertige Tasche ein, sammel mein Material zusammen und setze der Nähmaschine wieder ihren Deckel auf. Langsam transportieren wir unsere Taschen und Maschinen zurück zum Auto. (Steffi)

17.15 Uhr. Als alles wieder verstaut ist, tausche ich erst mal das T-Shirt gegen meine Bertioga. Das Wetter ist einfach herrlich, und im Bürgerhaus ist es mit der Zeit doch gut warm geworden. Nun können wir erst mal ein bisschen zusammensitzen. (Caro)

17:30 Uhr: Noch eine gute Stunde bis zur Party – und das Wetter hält. Gemeinsam in fröhlicher Runde mit Sewunity-Usern und angehenden Sewunity-Usern (jawoll, wir haben fleißig rekrutiert!) sitzen wir draußen auf einer Bierbank in der Sonne und reden über Gott und die Welt – und übers Nähen. Dazu hatten wir ja heute noch gar nicht so viele Gelegenheiten. ;) (Steffi)

18:00 Uhr. Für mich heißt es Abschied nehmen. Schließlich liegen erneut 260 Kilometer vor mir, weswegen ich wohlweißlich von vornherein auf die Party verzichtet habe. Es fällt mir schwer, jetzt zu gehen. Der Tag war doch viel zu kurz, wir hätten noch so viel zu bequatschen ... Mein Entschluss steht fest: Nächstes Jahr komm ich wieder! (Caro)

18:30 Uhr: Party! – oder zumindest sowas ähnliches. Das Orga-Team rund um Doreen vom Sonntagshasen wirft den Grill an – und wir reihen uns in die lange Schlange, um uns mit Würstchen und Fleisch für den produktiven Tag zu belohnen. So langsam merken wir, was wir heute geleistet haben – und so langsam kommt auch der Hunger durch.

19:30 Uhr. Wir sitzen mit vielen anderen Nähfreunden zusammen an einem Tisch – und quatschen und quatschen und quatschen. Wir reden über Stoffe, über Schnitte – und niemand hält uns für bescheuert, weil alle, die dort sind, genauso nähverrückt sind, wie wir. Fast könnte man meinen, wir befinden uns in Gruppentherapie. (Steffi)

20:25 Uhr: Ich bin zu Hause. Bis auf einen kleinen Stau bei Augsburg war auch die Heimfahrt super. Und ich bin immer noch im Flow. Meine Familie freut sich sehr, dass ich wieder da bin – aber eigentlich bin ich nur körperlich anwesend. Ich packe mein Goodiebag aus, freue mich über den Stoff, die Zeitschriften, die Blöcke, den Schnickschnack – und hänge mein neues Türschild gleich an der Tür zum Nähzimmer auf. Die sew! wirkt noch eine Weile nach. Und in meinem Kopf entstehen schon die ersten fertigen Dinge aus den neuen Stoffen. Yeah. (Caro)

20:30 Uhr. Die Luft ist raus – zumindest bei Therese und mir. Die Müdigkeit meldet sich deutlich – und wir verabschieden uns von den vielen tollen anderen Näh-Damen, die noch kräftig weiterfeiern. Zum Glück ist es für uns ein Heimspiel, der Weg nach Hause ist gerade mal knapp 60 Kilometer lang. Zufrieden und glücklich fahren wir durch die Nacht.(Steffi)

Unser gemeinsames Fazit: Wir haben auf der sew! 2016 einen einmaligen, wunderbaren, produktiven und abwechslungsreichen Tag verbracht, bei dem wir uns nicht nur ausgiebig unserem Hobby widmen, sondern auch tolle Menschen aus dem Internet endlich einmal live kennenlernen konnten. Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle noch einmal Doreen vom Sonntagshasen, die das Mega-Event auch diesmal wieder perfekt und liebevoll organisiert hat - wir können die sew! wirklich rundum weiterempfehlen. Deswegen freuen wir, dass wir als Sewunity-Team dabeisein durften und bereiten uns schon jetzt mal gedanklich auf die sew! 2017 vor, die dann mit Sicherheit ihre ebenso grandiose Wiederholung findet. Und wer weiß, vielleicht werden wir im nächsten Jahr noch mehr Sewunity-User dort live treffen? Wir sind gespannt!