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Interview der Woche: Niki von NiKidz

NiKidz im InterviewNicht viele Designer in der DIY-Szene sind so vielseitig wie sie: Niki von NiKidz ist ein echtes Allroundtalent. Schnittmuster, Papeterie, Stickdateien, Geschäftsausstattung - in ihrem Shop wird jeder Kreative fündig. Und auch Plotterdateien aus der Feder von NiKidz gibt es natürlich! Ob Nikis Tage mehr als 24 Stunden haben, wie sich die Produktvielfalt bei ihr entwickelt hat und was es beim Plotten zu beachten gibt, verrät sie uns heute im Nähcafé.


Sewunity: Hallo Niki, willkommen bei uns im Nähkästchen. Vielen Dank, dass du Zeit für uns hast. Was würdest du denn gerade machen, wenn wir dich nicht davon abhalten würden?

Niki: Hallo Carolin, hallo Steffi. Danke an eurem Interesse an NiKidz. Mit Freude beantworte ich eure Fragen.

NiKidz steht ja für eine große Bandbreite von Produkten. E-Books, Stick- und Plotterdateien, aber auch allerlei Nützliches für Gewerbetreibende und nette Kleinigkeiten für sich selbst findet man in deinem Shop. Was war denn dein allererstes Produkt?

Das ist gar nicht so einfach. Ich kann mich wirklich nicht mehr erinnern. War es das E-Book Mütze 3hoch2 oder doch meine Papieretiketten für Textilkennzeichnung? Da müsste ich jetzt selbst recherchieren. Die Grenzen sind zu flüssig, wo das eine anfing und das andere „aufhörte“. Ich habe ja am Anfang Selbstgenähtes verkauft und habe dann mit Logogestaltung weitergemacht. Stück für Stück bin ich da angekommen, wo ich jetzt bin.

Seit wann nähst du? Oder kommst du gar nicht vom Nähen, sondern eigentlich aus einer ganz anderen kreativen Richtung?

NikiMeine Mutter hat schon immer genäht, ich habe viel von ihr gelernt, schon als ich klein war. Dann wieder an der Schule. Es war immer wieder ein Hobby. Je nach Alter hat es mehr oder weniger Spaß gemacht. Als ich dann mit meinem ersten Kind daheim war, hat es mich wieder gepackt und begleitet mich jetzt fest seit sechs Jahren. Gelernt habe ich Mediengestaltung, deswegen findet man mich jetzt ja eher in dieser Sparte.

Und wie kam es bei dir zu der Entscheidung, aus dem Ganzen einen Beruf zu machen? Was war deine Initialzündung?

Als ich Genähtes verkauft habe, sind mir Lücken aufgefallen, die ich mit meinem Können gut füllen konnte. Quittungsblöcke, Auftragsbücher, Kennzeichnungsetiketten ... Damals gab es solche Dinge noch kaum.

Wie du auf den Namen deines Labels gekommen bist, ist ja relativ klar smiley. Oder steckt doch eine Geschichte dahinter?

Der Name entstand, als ich noch genäht habe. Niki abgeleitet von meinem Namen und das zusammenhängende „kidz“ steht für „Kids“. Also sowas wie „Niki näht für Kinder“.

Die Einführung von Plottern für private Kreative hat die Nähszene ganz schön aufgemischt. Auf einmal ergaben sich völlig neue Möglichkeiten! Du bietest ja neben Schnittmustern auch tolle Motive an, die man sich auf dem Plotter „ausschneiden“ und dann aufbügeln kann. Hast du dich sofort entschieden, diesen Zweig mit aufzunehmen, als die Plotterei anfing, oder gab es einen bestimmten Punkt, an dem du dachtest: „Das will ich auch machen“?

Ich will behaupten, ich bin eine der Ersten gewesen, die auf diesen „Zug“ aufgesprungen ist, als das Thema aufkam. Durch meine Ausbildung konnte ich leicht meine Motive in Plotterdateien umwandeln, und die Leute fanden es super.

Man hat ja gerne das Gefühl, dass Plottern „totaaaal einfach“ ist. Wie siehst du das? Ist es eine Möglichkeit, ohne viel Aufwand tolle Ergebnisse zu erzielen, oder braucht es schon ein bisschen Einarbeitung in das Thema?

NiKidz MachtzentraleEhrlich gesagt, gibt es definitiv Dinge, in die eine Einarbeitung sinnvoll wäre. Ein einfarbiges Motiv, das keine filigranen Bestandteile hat, braucht nicht viel Einweisung, aber geht es ins mehrlagige Plotten, wird es schon schwieriger.
Durch die Fragen meiner Kunden habe ich auch bemerkt, dass das Programm zum Plotten auch nicht immer jedermanns Ding ist. Wenn man die Gelegenheit hat, einen Kurs zu besuchen oder andere Hilfe zu bekommen, sollte man sie nutzen.

Und wie kommst du auf die Ideen für Plottermotive? Es eignet sich doch auch nicht jedes Bild, oder?

Meine ersten Motive waren ja meine Tierchen, die man auf meinen Papeterie-Produkten wiederfindet. Durch die vielen süßen Motive, die ich schon entworfen hatte, brauchte ich erst gar keine Idee. So gab es eine neue Möglichkeit, sie unter die Menschen zu bringen.
Eigentlich kann man jedes Motiv zu einer Plotterdatei umwandeln, es sollten nur nicht zu dünne Stege entstehen, damit das Motiv nicht reißt. Ach ja ... man sollte auch eine gewisse Freude am Entgittern haben bei komplizierteren Bildern.

Bei der Vielzahl deiner kreativen „Standbeine“ fragt man sich ja manchmal, wie du das alles unter einen Hut bringst. Setzt du deine Prioritäten nach Tagesform oder hast du einen genauen Plan, nach dem alles abläuft? Wie sieht so eine kreativer NiKidz-Tag aus?

Ich habe keinen Plan! Ich hätte gerne einen. Ich habe nur sehr viele Pläne und Ideen, die einfach auf der Strecke bleiben, weil man nicht weiß, wo man als Erstes anfangen soll. Ich arbeite den ganzen Vormittag. Ich packe Pakete und beantworte Fragen, danach mache ich, wenn es noch die Zeit zulässt, kreative Dinge. Entweder ich erstelle Motive oder gönne mir paar Minuten an der Nähmaschine.

Und mal ganz ehrlich: Was machst du wirklich am allerliebsten? Worauf möchtest du auf gar keinen Fall mehr verzichten?

Ich liebe es, im Illustrator (Vektorprogram) zu arbeiten. Man kann damit so viel anstellen.

Papeterie und Geschäftsmaterialien

Die DIY-Szene erlebt ja in den letzten Jahren einen regelrechten Boom. Labels, Anbieter, aber auch Blogger, Näher und andere User scheinen wie Pilze aus dem Boden zu schießen. Siehst du das als Chance oder eher als Gefahr für die Kreativität? Meinst du, der Boom wird anhalten?

Es ist schwer zu beantworten. Einerseits denke ich, dass Konkurrenz das Geschäft belebt, aber anderseits ärgert man sich über die zu günstigen Preise oder die Nachahmung. Dadurch ist es grad sehr unruhig in der Szene. Am Besten, jeder macht sein Ding und schaut sich nicht zu groß rum. Egal ob man Verkäufer ist oder eine Privatperson. Man findet an jeder Ecke etwas, was andere an einem selbst oder seinem Tun stört.
Ob es Bestand haben wird, weiß ich nicht. Aber irgendwann ebbt jedes Interesse ab ...

Und gibt es etwas im kreativen Bereich, an das du dich noch nicht rangetraut hast? Welcher Herausforderung würdest du dich gerne einmal stellen?

StoffschätzeIch wollte gerne auch Stickdateien erstellen. Gar nicht so einfach das zu lernen.
Oft werde ich gefragt, wieso ich meine Motive nicht auf Stoff raus bringe. Ich bin übersättigt und sicher auch andere, oder? Da bin ich eher ein ängstlicher und zurückhaltender Mensch, ich trau mich einfach nicht.

Bei Sewunity haben die User die Möglichkeit, deine Schnittmuster zu bewerten und Sterne zu vergeben. Jetzt bist du dran: Wie viele Sterne würdest du Sewunity geben – und warum?

Ich würde euch 4 Sterne für eure Mühe geben. Ihr macht das echt super. Schade finde ich, dass noch nicht alle Nähbegeisterte euch gefunden haben. Es wäre so toll, wenn sich an eurem Portal mehr Menschen beteiligen würden.

Und zu guter Letzt möchten wir auch mit dir gerne unser Auswahlspiel spielen: Wir nennen dir zwei Begriffe und du sagst, welcher besser zu dir passt!

Rollschneider oder Schere? Schere

E-Book oder Papierschnitt? E-Book

Webware oder Maschenware? Webware

Nähkurs oder Autodidakt? Nähkurs

Overlock umfädeln oder immer mit derselben Farbe nähen? Immer die selbe Farbe *lach, was für eine treffende Frage!

Onlineshopping oder Stoffgeschäft? Stoffgeschäft (wäre toll, wenn es hier eins geben würde, wo es alles geben würde)

Couch oder Laufschuhe? Couch (mit Laptop auf dem Schoß)

Kaffee oder Tee? morgens Kaffee und abends Tee

Liebe Niki, vielen Dank für das Interview!