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Gut gefüttert - so halten auch Kostüme warm

Alaaf, Helau, Narri-Narro - die Karnevalszeit ist auch die Zeit der großen Umzüge. Ob in der gesamten Saison, an Weiberfasching oder am Rosenmontag, überall locken bunte Paraden die Zuschauer an. Und natürlich geht man da auch kostümiert hin! Doch im Februar kann es ganz schön frostig sein, wenn man "nur" ein Kostüm trägt. Darum kommt es auf das richtige Material an. Wir haben euch heute die gängigsten Materialien zum Füttern zusammengestellt, sodass es euch und euren Lieben nicht zu kalt wird!

gefüttertes Cape hält warm!

Gefütterte Kleidung hält aus zwei Gründen wärmer als ungefütterte: Zum einen bildet das Futter schlicht eine zusätzliche Stoffschicht, die vor Wind und Kälte schützt und die Körperwärme am Entweichen hindert. Zum anderen wirkt aber vor allem auch die Luftschicht, die sich zwischen dem Außen- und dem Futterstoff befindet, isolierend. Darum gilt auch: Je voluminöser ein Stoff ist, je mehr Luft er also enthält, desto besser schützt und wärmt er. Ein plüschiger Teddystoff wärmt also besser als ein feiner Jersey, wenn er als Futter verwendet wird. Grundsätzlich eignen sich aber nahezu alle Stoffe zum Füttern - man muss aber ein paar Dinge beachten.

Es ist ratsam, dass man Stoffe mit ähnlichen Eigenschaften kombiniert. Wenn der Oberstoff, etwa bei einer Jacke, nicht dehnbar ist, kann man zwar auch dehnbare Stoffe zum Füttern verwenden, das Ergebnis wird aber schöner sein, wenn auch das Futter nicht oder nur wenig elastisch ist. Einen Outdoorpulli aus elastischem Fleece dagegen füttert man idealerweise mit einem Stoff, der diese Eigenschaft auch hat, sodass das Endergebnis im Ganzen dehnbar ist.

Wenn man einen Schnitt verwendet, der eigentlich nicht zum Füttern gedacht ist, zum Beispiel wenn man aus einem Schlafoverall ein lustiges, wärmendes Ganzkörperkostüm macht, dann muss man das bei der Größenauswahl bedenken. Durch das Futter trägt der Schnitt sozusagen "nach innen" auf, die Bewegungsfreiheit wird eingeschränkt. Hier ist es unter Umständen ratsam, in der Weite eine Größe größer zu wählen, um dennoch ein bequemes Ergebnis zu erhalten.

Saumlinie

Grundsätzlich gilt, dass das Futter ein wenig kleiner ausfallen sollte als der Außenstoff. Schnitt, bei denen ein Futter angelegt ist, enthalten oft eine "Futterlinie", die etwas innerhalb der "normalen" Schnittlinie liegt. Dadurch wird garantiert, dass das Futter auch in den Außenstoff hineinpasst (ähnlich wie beim Unterteil einer Schachtel im Verhältnis zum Deckel), zum anderen kann so zum Beispiel am Saum das Futter nicht nach außen "rutschen" und sichtbar werden.

Vorsicht bei gefütterten Ärmeln: Damit man hier gut hineinschlüpfen kann, ist es ratsam, die Ärmel mit einem glatten, eher dünnen Stoff zu füttern. Kaufjacken haben zum Beispiel häufig mit klassischem Acetat-Futter gefütterte Ärmel, auch wenn die Innenseite der Jacke sonst mit einem kuschligen Material ausgestattet ist. Fleece zum Beispiel neigt dazu, sich elektrostatisch aufzuladen und dann nachher am Pulli zu "kleben", was das An- und Ausziehen erschweren kann.

Und damit wären wir auch schon bei der Materialwahl: Es gibt im Handel ganz klassichen Futtertaft zu kaufen. Dieser glatte Stoff aus Kunstfasern ist sehr flutschig und erlaubt so ein problemloses Gleiten über die darunterliegenden Kleidungsschichten. Außerdem trägt er nicht auf und beeinfluss die Linienführung des Schnitts nicht. Er ist allerdings wie gesagt eher dünn und isoliert nur bedingt gut. Außerdem ist er überhaupt nicht elastisch.

Jerseyfutter

Wenn man ein eher dünnes, aber dehnbares Futter einbringen möchte, eignet sich Jersey gut. Hier kann man mit einem entsprechenden Stoff außerdem wunderbare Überraschungseffekte erzielen; der Wärmefaktor ist hier aber auch eher eingeschränkt.

Deutlich wärmer hält da schon Fleece, den man gerade bei Outdoorkleidung gut zum Füttern verwenden kann. Achtet hierbei auf eine vergleichbare Dehnbarkeit von Innen- und Außenstoff! Außerdem muss man das zusätzliche Volumen mit einberechnen, gerade, wenn man einen Schnitt auf das Füttern hin anpasst.

Teddyfutter

Das gilt natürlich auch, wenn man Teddy oder andere Plüschstoffe verwendet. Es gibt schöne Jackenschnitte, die explizit auf ein Teddyfutter ausgelegt sind, weil es zum einen wunderbar flauschig ist und zum anderen wirklich hübsch aussieht. Auch Teddy gibt es aus reiner Baumwolle, was zu einer größeren Hautfreundlichkeit beiträgt. Plüschstoffe sind wie Fleece unterschiedlich von ihren elastischen Eigenschaften, sodass man gut das richtige Material auswählen kann.

So richtig outdoortauglich werden eure Kostüme, wenn ihr zwischen Außen- und Futterstoff noch eine Lage Volumenvlies oder gar Thinsulate einarbeitet. Das Volumenvlies, das für Kleidung eher locker in der Struktur sein sollte, sorgt durch die eingeschlossene Luft für einen höheren Isolationseffekt. Thinsulate ist ein Vlies, das speziell für die Wärmedämmung in Winterkleidung entwickelt wurde. Es ist wie alle Arten von Vlieseline als Meterware erhältlich.

Auf denselben Effekt wie eine Volumenvlies-Schicht setzt man, wenn man einen Steppstoff verwendet. Hier wurde eine solche Vliesschicht bereits herstellerseitig auf den Stoff aufgebracht und mit dekorativen Steppstichen befestigt. Man kann solche Stoffe auch selbst herstellen, indem man das Volumenvlies auf dem Außen- oder Futterstoff feststeppt - das ist nicht nur hübsch, sondern stabilisiert die Verbindung auch aufs Feinste.

So, jetzt kann die Kälte euch aber wirklich nichts mehr anhaben! Wie rüstet ihr euch aus, wenn ihr auf einen "Rommzug" geht? Was sind eure Geheimtipps gegen das Frieren? Wir freuen uns auf eure Kommentare!