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Hosentaschen für jede Gelegenheit

Was ist das Wichtigste an einer Hose? Nun, wenn man Kinder fragt, gibt es da nur eine Antwort: die Taschen! Schließlich braucht man die, um all die wichtigen Kleinigkeiten des Tages mitzunehmen. Also braucht die Hose Taschen. Nur welche? Wir haben euch hier die gängigsten Formen von Hosentaschen zusammengestellt, mit ein paar Tipps, wie ihr sie am besten verarbeiten könnt.

Eingrifftaschen

Eingrifftasche

Diese innenliegenden Taschen sind die klassischen Hosentaschen, wie man sie auch von Jeans oder anderen Kaufhosen kennt. Dabei wird üblicherweise mit einem Taschenbeutel gearbeitet - das heißt, die Tasche besteht aus zwei separaten Schnittmusterteilen. Man kann dabei (wie in unserem Beispiel) mit Kontraststoffen arbeiten, aber natürlich geht es auch, den "normalen" Hosenstoff zu nutzen. Bei dicken Stoffen wie Jeans oder Cord ist das allerdings nicht ratsam, da sonst die Tasche selbst sehr dick wird und unter Umständen aufträgt. Darum sind gerade bei Kaufjeans die Taschenbeutel-Teile selbst noch einmal geteilt: Der sichtbare Teil besteht aus Jeans, ab dem Eingriff besteht die Tasche aus einem dünneren Futterstoff.

Der Eingriff entsteht bei diesen Taschen dadurch, dass man am Hosenbein-Schnittteil ein Stück weglässt. An diesem Eingriff wird dann der obere Taschenbeutel angenäht. Der untere Taschenbeutel ergänzt dann das weggelassene Stück wieder, sodass Hosenbein und Taschenbeutel zusammen die Linie des kompletten Hosenteils ergeben. Sorgfältiges Arbeiten ist hier unumgänglich, da sonst nachher die Schnittteile nicht mehr aneinander passen.

Bündchentasche

Etwas einfacher ist es, wenn die innenliegende Eingrifftasche nicht aus zwei, sondern nur aus einem Teil besteht. Auch hier wird als Eingriff ein Stück des Hosenbeins weggelassen. Dann aber wird dieser Eingriff mit einem Bündchenstreifen eingefasst. Der Taschenbeutel entsteht dadurch, dass das Taschenteil hinter den Eingriff gelegt und am Hosenbein festgenäht wird. Diese Naht ist dann natürlich von außen sichtbar. Das kann man entweder zum Setzen eines Kontrastes nutzen oder aber dezent im Stoff verschwinden lassen - das hängt ganz von euren Vorlieben ab.

Aufgesetzte Taschen

Aufgesetzte Taschen

Vor allem bei Pumphosen sind aufgesetzte Taschen sehr beliebt. Sie erlauben originelle Stoffkombinationen und ergeben einen witzigen Look. Außerdem sind sie relativ einfach in der Erstellung: Man hat die Wahl zwischen einem gedoppelten und einem eingefassten Taschenbeutel.

Da der Taschenbeutel auf das komplette Hosenbein aufgesetzt wird, besteht auch weniger Gefahr, dass sich etwas verzieht, wenn man nicht ganz genau arbeitet.

Bei gedoppelten aufgesetzten Taschen besteht jede Tasche aus zwei identischen, spiegelverkehrten Beutelteilen, die miteinander verstürzt werden. Man näht dazu die Eingrifflinie und die untere Taschenkante zusammen und wendet den entstandenen Taschenbeutel durch die offenen Seiten - diese verschwinden ja später in der Seitennaht bzw. der Bundnaht. Nun wird die Tasche entlang der unteren Kante auf das Hosenbein gesteppt - fertig.

aufgesetzte eingefasste Tasche

Alternativ kann natürlich auch diese Hosentaschenform einlagig genäht werden. Damit man einen sauberen Abschluss hat, muss dann aber der Taschenbeutel an der Eingriff- sowie der Unterkante eingefasst werden. Dafür kann man mit Bündchen oder Schrägband, aber auch mit Paspeln, Spitze oder ähnlichem arbeiten.

Cargotaschen

Cargotasche

Eine besondere Form der Hosentaschen, die sehr charakteristisch für Outdoor- und Arbeitshosen ist, ist die sogenannte Cargotasche. Sie sitzt üblicherweise am Oberschenkel, ist mit einer Klappe abgedeckt und durch ihre Balgform super dafür geeignet, alles vom Schneckenhaus bis zum Smartphone zu transportieren.

Die Herausforderung bei der Cargotasche besteht darin, dass sie rundum aufgesetzt ist, weil ja keine Seite in einer Naht verschwindet. Außerdem entsteht das Volumen nicht von allein, sondern man muss entweder mit einem angesetzten Rand arbeiten oder die Balgform durch Abnäher und/oder Kellerfalten entstehen lassen. Die einfachste Variante ist die, dass man das Taschenteil ungefähr fünf cm breiter zuschneidet, als die Tasche am Ende sein soll. Dann legt man am unteren Rand mittig eine Kellerfalte, die diese Mehrweite auffängt, und steppt das Taschenteil an den Außenseiten und am unteren Rand (natürlich umgeschlagen) auf das Hosenbein. Oben verteilt man die Mehrweite nach beiden Seiten, legt die Falten nach innen und bügelt sie. Die Klappe, die dann mit einem Klettverschluss oder ähnlichem am Taschenbeutel befestigt wird, hält die Tasche in Form.

Gesäßtaschen

Potaschen

Für den perfekten Jeanslook braucht man natürlich unbedingt Gesäßtaschen. Auch diese Taschen werden einfach nur aufgesetzt und in keine Naht eingepasst. Darum geht man hier für gewöhnlich so vor, dass man das Taschenteil zuerst komplett umsäumt - man schlägt oben ca. 2 cm, an den Seiten und unten etwa 1 cm ein und steppt die Ränder fest. Auch mit Ziernähten, Nähmalerei oder Stickereien kann man sich auf den Potaschen ganz wunderbar austoben! Anschließend werden die Hosentaschen an der richtigen Position festgesteckt und knappkantig aufgesteppt. Es ist besonders wichtig, die oberen Nahtkanten zu sichern! Bei Kaufjeans werden an dieser Stelle sehr gerne Nieten verwendet, aber eine eng gesetzte Zickzackraupe tut es auch smiley.

Was ist eure liebsten Taschenform? Und welche Kuriositäten habt ihr schon vor der Waschmaschine aus den Taschen eurer Kinder geholt? Wir freuen uns auf eure Kommentare!