Sewunity - Deine Suchmaschine für Schnittmuster

Interview der Woche: Mariya von Mamu Design

Mariya von Mamu Design

Unser heutiger Gast im Nähcafé ist sozusagen ein alter Hase im Nähgeschäft: Die Schnitte von Mamu Design konnte man schon in den Anfangszeiten über Farbenmix beziehen. Viele echte Klassiker finden sich in ihrem Portfolio. Heute erzählt uns Mariya von den Stofftruhen ihre Großmutter, von warmen Puppensocken und davon, was Astrid Lindgren mit ihrem Stil zu tun hat.

Sewunity: Liebe Mariya, herzlich willkommen im Nähcafé! Schön, dass du Zeit für uns hast. Genießt du den Sommer?

Mariya: Lieben Dank, dass Sie mich eingeladen haben smiley Und ja, der Sommer ist meine Lieblingsjahreszeit, ich fühle mich so, als wenn ich Flügel hätte!

Wenn du jetzt keine Fragen beantworten, sondern an der Nähmaschine sitzen würdest, was würde dann gerade entstehen?

Auf die Fragen habe ich mich richtig gefreut, darum auch gleich damit angefangen smiley Ansonsten arbeite ich gerade an einem neuen Schnittmuster für ein Kleid, es heißt Niya.

War das Leben für dich schon immer bunt und kreativ? Wie hat die Leidenschaft fürs Nähen bei dir angefangen?

Oh ja, mein Leben war immer kreativ, und zwar seitdem ich denken kann … Ich habe meine Kindheit mit meiner Oma verbracht. Sie hat mir ALLES beigebracht: vom Wollespinnen, Färben, Weben, Häkeln, Stricken bis zum Nähen, was im Endeffekt meine größte Leidenschaft blieb. Das Schönste waren ihre Truhen: voll mit dicken Ballen alter selbstgewebter Stoffe, die ich im Laufe der Jahren alle vernäht habe. Noch immer träume ich manchmal nachts davon, wie ich in den alten Truhen grabe und was Neues finde.

Weißt du auch noch, was du als Allererstes genäht hast?

Als Kind habe ich lieber gehäkelt und gestrickt. Ich hatte viele Puppen und alle hatten warme Socken smileyAls ich mit der Handnähmaschine meiner Oma nähen durfte, habe ich für die Puppen Kleidchen genäht. Am glücklichsten war ich aber, als ich für mich in der 7. Klasse eine Marlene-Hose genäht habe – mein erstes richtiges Kleidungstück. Von innen sah sie schrecklich aus, von außen aber – ein Traum! Alle haben mich beneidet smiley

Du bist ja schon ein „alter Hase“ im Geschäft – erinnerst du dich noch daran, wie es angefangen hat, dass du Schnittmuster für andere entworfen hast?

ChristinaMit dem Zeichnen, Konstruieren und Modellieren von Schnittmustern habe ich während meiner Ausbildung zum Modedesigner angefangen. Die Idee, meine eigene Firma zu gründen, wurde aber von einem anderen Ereignis ausgelöst. Mir wurde angeboten, eine Modenschau zum 100. Geburtstag von Astrid Lindgren zu organisieren und zu gestalten.
Während ich meine Kollektion vorbereitet habe, entstand auch das Motto: Ich wollte die Kleidung von damals, die in den Büchern von Astrid Lindgren vorkam, in den heutigen Alltag integrieren. Es hat sich wie erwartet herausgestellt, dass die Kleidung von damals und die von heute perfekt zueinander passen. So entstanden das beliebte Hängerchen Christina, die Häkelbänder, die einfach wie dafür gemacht waren, die Hemdchen Elia für die Jungs, die zu Jeans einfach super aussahen, die Hütchen Mia und Leo, die zugleich modern und zeitlos waren. Auf diese Weise habe ich gemerkt, dass diese Art sich anzukleiden auch den Wünschen vieler Damen und Mädchen entsprach. So entstanden dann meine erste Schnittmuster: Christina (Damen, Mädchen, Puppen), Elia (Mädchen, Jungs, Puppen), das E-Book Leo (Damen, Mädchen, Jungs, Puppen), das E-Book Mia (Damen, Mädchen), das E-Book Häkelband in drei Varianten.

Wenn du die Nähszene aus deinen Anfängen mit dervon heute vergleichst – was ist für dich der größte Unterschied?

Früher wurde eher nach Regeln genäht, heutzutage wird oft improvisiert. Das empfinde ich als sehr praktisch smiley Man hat mehr Möglichkeiten, man ist nicht verkrampft und gelangt schneller ans Ziel.
- Die Nähmaschinen, die Stickmaschinen, die Overlockmaschinen – alles hat sich zum Besten verändert!
- Viel mehr Damen und junge Frauen trauen sich, mit dem Nähen anzufangen.
- Neues Hilfszubehör und tolle Stoffe. Klar gab es früher auch sehr schöne Stoffe, die Auswahl war aber nicht so groß!
- Und was am Wichtigsten ist: man kann sich untereinander austauschen und miteinander kommunizieren: SEWUNITY ist das beste Beispiel dafür.

Dankeschön! smiley Welche Ansprüche an deine Schnitte stellst du? Was macht für dich ein gutes E-Book aus?

Meine Schnitte bieten viele Varianten an. Das ist für mich sehr wichtig! Zwar braucht man dafür auch Erfahrung, man hat aber mehr Möglichkeiten zu variieren. Die Schnittmuster werden dadurch nicht langweilig. Im E-Book-Bereich bin ich seit Kurzem intensiver unterwegs. Ich lerne noch dazu und nehme Änderungen bei jedem neuen E-Book vor. Meiner Meinung nach sollen die E-Books übersichtlich sein. Da es so viele verschiedene Hersteller gibt, muss man sich am Anfang bei jedem erstmal finden. Das sollte so schnell wie möglich passiere smiley

Deine Schnittmuster umfassen häufig ein großes Größenspektrum – was natürlich vor allem für Mütter mit Töchtern toll ist. Trägst du selbst gerne Partnerlook?

Leider nicht smiley Ich habe 2 Söhne. Allerdings habe ich Freundinnen, die das gerne tun!

Heute geht es im Nähkästchen ja unter anderem um Schnittmuster in Plus-Size-Größen. Deine Schnitte decken diese Größen auch ab. Was denkst du – nähen Frauen in größeren Größen anders als die in den „Normbereichen“?

Meiner Meinung nach haben Frauen, die größeren Größen tragen, oft mehr Näh-Erfahrung. Die Kleidung ist meistens ausgefallener (im guten Sinne) und schwieriger zu nähen. Sie sind auf der Suche nach etwas Besonderem! So sollte es auch sein: nicht verstecken, eher unterstreichen, auffallen! Das finde ich persönlich toll! Darum erarbeite ich am liebsten Schnitte in diesem Bereich.

Was war die schönste Reaktion, die du mal auf eine Nähanleitung erhalten hast?

Eigentlich kann ich das nicht genau sagen smiley Ich freue mich immer auf Feedback: sogar auf schlechtes, man weiß dann, was man ändern kann. Am schönsten ist es aber, wenn ich Mädchen am Zukunftstag bei mir habe und die selbst nach meinen Schnittmustern nähen! Es ist ein richtiges Glücksgefühl!

Und welche Projekte sind dir selbst die liebsten? Gibt es einen Schnitt, den du immer wieder nähst?

Am liebsten arbeite ich im Damen-Bereich. Im meinem eigenen Schrank hängen viele Imkes, Ullas und Olivias smiley

Gibt es beim Nähen auch etwas, was du gar nicht magst? Um was drückst du dich am liebsten?

Meine wichtigste Regel, seitdem ich nähen kann: Schnittteile während des Nähens immer heften oder stecken. Ich hasse es, wenn ich Nähte trennen muss!

Und gibt es auch eine Herausforderung, der du dich gerne mal stellen würdest?

Ganz ganz viele, allerdings hat das nur mit Zeit zu tun. Im Moment ist die Zeit bei mir leider Mangelware smiley

Sewunity basiert ja auf den Bewertungen: Die User bewerten Schnittmuster nach einem Fünf-Sterne-System, sodass andere von ihren Erfahrungen profitieren können. Wenn Sewunity ein Schnitt wäre: Wie viele Sterne würdest du geben – und warum?

Auf jeden Fall fünf Sterne, mindestens! Ich habe vom Anfang an die Idee toll gefunden! Damals haben wir mit Frau Wied telefoniert und ich habe ihr das sofort gesagt smiley

Auch mit dir würden wir nun gerne zum Abschluss ein kleines Spiel spielen. Immer zwei Begriffe stehen zur Auswahl – bitte sag uns doch, welcher davon am besten auf dich zutrifft!

- Rollschneider oder Schere?

Rollschneider

- E-Book oder Papierschnitt?

Beides gleich smiley

- Webware oder Maschenware?

Webware

- Nähkurs oder Autodidakt?

Nähkurs

- Ovi umfädeln oder immer mit der gleichen Farbe nähen?

Ovi umfädeln

- Onlineshopping oder Stoffgeschäft?

Onlineshopping

- Couch oder Laufschuhe?

Beides gleich smiley

- Kaffee oder Tee?

Kaffee

Liebe Mariya, wir danken dir herzlich für das Gespräch!

Ich danke Ihnen, dass ich ein wenig in Erinnerungen schwelgen durfte!

Lieben Dank auch an allen Kunden, die mir im Laufe der Jahre treu geblieben sind!