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Musselin - so nähst Du das Trendmaterial des Sommers

Musselin - toll für Sommerkleider

An Musselin (auch Double Gauze oder Mull genannt) scheiden sich die Geister. Die einen sind begeistert von dem luftigen, leichten Webmaterial, für die anderen sieht alles aus Musselin sofort nach Spuckwindel aus. Doch eins lässt sich nicht leugnen: Musselin ist Trend und hat die Stoffgeschäfte im Handumdrehen erobert. Wenn das kein Grund ist, euch im Nähkästchen mit einer kleinen Materialkunde zum Thema Musselin zu versorgen! Lest hier alles, was es über das Trendmaterial des Sommers zu wissen gibt:

So neu ist Musselin gar nicht. Schon vor dreihundert Jahren war das Material gerade in der Damenmode sehr beliebt. Der Name "Musselin" kommt von der Stadt Mossul im Irak - dort wurde das luftige Gewebe entwickelt. Musselin wird aus Baumwolle, seltener auch aus Wolle gewoben und zwar in einer sogenannten Leinwandbindung. Das bedeutet, dass Kett- und Schussfäden die gleiche Dichtigkeit aufweisen; wobei, Dichtigkeit ist bei Musselin relativ zu sehen. Denn die Webfäden verlaufen eher locker und sind auch nicht gleichmäßig verteilt. Typischerweise hat Musselin eine leichte Karostruktur, die durch die nicht ganz regelmäßig verteilten Webstränge entstehen. So bleibt das Material auch schön luftig. Dennoch ist es durch das hohe Volumen auch weich und anschmiegsam - also eigentlich ideal für Klamotten!

Etwas fester ist dagegen Double Gauze - das ist Musselin, der in zwei Schichten gearbeitet ist. Dieses Material ist etwas weniger durchscheinend und wird darum heutzutage eher für Bekleidung verwendet. Im 18. Jahrhundert waren dagegen Kleider aus weißem Musselin der letzte Schrei - hier wurden dann einfach mehrere Lagen verarbeitet, um noch schicklich zu sein.

Lieblingshemd aus Double Gauze

Beim Verarbeiten von Musselin muss der lockeren Webstruktur Rechnung getragen werden. Musselin zieht sich bei Feuchtigkeit (ergo auch beim Waschen) zusammen - es ist also wirklich notwendig, den Stoff vor der Verarbeitung zu waschen! Durch das Waschen verstärkt sich auch die Struktur und die typische leicht geknitterte Optik. Bügeln nimmt den Effekt wieder ein wenig zurück, jedoch nicht komplett. Musselin-Kleidung ist also auch super für Bügelmuffel geeignet! Auch den Trockner darf Musselin von innen sehen - allerdings solltet ihr den Stoff dann auch unbedingt vor der Verarbeitung einmal im Trockner behandeln, da er eben eingehen wird.

Musselin ist eher griffig, sodass er beim Zuschnitt keine Schwierigkeiten macht. Man kann auch sorgenfrei mit Stecknadeln arbeiten, die lockere Webstruktur verzeiht kleine Einstiche. Allerdings macht sie eine Sache unbedingt notwendig: das Versäubern. Musselin franst gerne aus, sollte also immer an den Kanten gesichert werden.

Auch für Erwachsene super geeignet

Setzt beim Nähen gerne eine eher feine Nadel ein und näht mit etwas größerer Stichlänge. So verschwinden die Nähte im Material, was gerade bei Säumen ein schöner Effekt ist. Man kann Musselin gut mit anderen Webwaren kombinieren, und auch in Verbindung mit Maschenware kann Musselin schön aussehen. Jedenfalls ist er immer angenehm luftig - und damit zu so viel mehr geeignet als nur für Spuckwindeln und Sabberlätzchen! Wie wäre es zum Beispiel mit einem schönen Sommerkleid oder einer luftigen Bluse? Zeigt uns eure schönsten Werke aus Musselin und verratet uns die besten Tipps zum Umgang mit dem Trendmaterial - wir freuen uns auf eure Kommentare!