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Hoodie-Kordeln selber machen

Hoodies, Jacken, Hosen - viele Schnitte sehen erst mit den richtigen Details gut aus. Gerade bei Kapuzen sind Kordeln das, was den kleinen Schritt von "alltäglich" zu "chic" ausmachen kann. Doch was, wenn man keine Kordel im Haus hat? Oder wenn der Stoffladen des Vertrauens einfach nicht die richtige Farbe hat? Na klar - dann machen wir uns die passende Kordel einfach selber!

Der Klassiker

Kordel selber machen

Eigentlich hat jeder schon mal eine Kordel gemacht. Für gewöhnlich kommt man im Kindergarten oder spätestens in der Grundschule im Werkunterricht das erste Mal mit dieser einfachen Technik in Berührung. Wem das zu lange her ist, für den haben wir die Technik hier noch mal ausprobiert. Man braucht (na klar) Wolle, und zwar in der gewünschten Kordelfarbe. Das Tolle am Selbermachen ist, dass man sich so auch ganz einfach bunte, ausgefallene Kordeln herstellen kann! Ihr solltet nur darauf achten, dass die verschiedenen Wollfarben möglichst ähnlich in Stärke und auch Eigenschaften (wie Dehnbarkeit, Waschbarkeit usw.) sind, damit eure Kordel auch funktioniert.

Knoten

Schneidet euch 4 bis 6 Fäden von eurer gewählten Wolle ab. Diese sollten ca 2,5 mal so lang sein wie eure gewünschte Kordel. Nun knotet die Fäden an einem Ende zusammen und befestigt diese an einer Türklinke oder einem anderen stabilen Punkt. Streicht die Fäden auf der gesamten Länge glatt unter Spannung und macht auch an das andere Ende einen Knoten. Eventuell nun noch überstehende Enden einfach abschneiden.

Achtet darauf, dass eure Fäden die ganze Zeit unter Spannung stehen! Nun fangt ihr an, die Fäden miteinander zu verdrehen. Am einfachsten geht das, wenn ihr einen Stift oder ein Essstäbchen zwischen die Fäden schiebt, mit Daumen und Zeigefinger der linken Hand hinter dem Stäbchen die Fäden zusammenhaltet und nun mit der rechten Hand das Stäbchen als Kurbel benutzt und immer weiter dreht. Immer mal wieder die Finger der linken Hand lockern, sodass der Drill auf die ganze Länge der Fäden übertragen wird.

fertige Kordel

Wenn die Fäden ausreichend verdrillt sind, wird es spannend (und vielleicht ist es hier je nach Kordellänge sinnvoll, sich helfen zu lassen): Haltet die Fäden weiterhin unter Spannung, aber bringt die beiden zusammengeknoteten Enden zueinander. Ihr werdet merken, dass eure Kordel anfängt, sich ganz von allein miteinander zu verdrehen - das ist der Drilleffekt. Fixiert euer Kurbelstäbchen an der Türklinke (eben vielleicht mit einer helfenden Hand) und streicht die Kordel der Länge nach wiederholt aus, damit sich keine Drehknoten bilden. Wenn alles sauber verdrillt ist, knotet ihr die beiden Enden zusammen - fertig ist die Kordel!

Die Stärke dieser Kordel hängt natürlich von der verwendeten Wolle und der Anzahl der Fäden ab. Wie gesagt lassen sich schöne Farbeffekte erzielen, wenn ihr verschiedenfarbige Wollen verwendet.

Kordeln "stricken"

Strickliesel macht Kordel

Eine ebenfalls sehr schöne Methode, selbst Kordeln herzustellen, findet sich erneut im Kinderzimmer: Die gute alte Strickliesel ist perfekt dazu geeignet, Kordeln auch aus dünnerer Wolle herzustellen. Die Lieselschnüre ähneln den klassischen gekauften Kordeln auch von der Optik her sehr und sind (gerade wenn feinere Wolle verwendet wurde) bei ähnlichem Volumen auch leichter und etwas edler als die gedrehten Kordeln. Vielleicht kann man auch hier die Kinder im Haus einspannen oder, wenn diese sowieso gerade im Lieselfieber sind, hat endlich eine Verwendung für die zahllosen Schnüre!

Schneller als mit einer Strickliesel geht das Kordelnstricken übrigens mit einer Strickmühle, die im Handel erhältlich ist. Hier wird das Überschlagen der Fäden von einer Kurbelautomatik erledigt, und selbst meterlange Kordeln entstehen buchstäblich im Handumdrehen.

Kordelalternativen

gehäkelte Kordel

Wenn etwa nur Wolle im Haus ist, die für eine Viererkordel oder die Strickliesel zu dick ist, kann auch eine klassische Luftmaschenkette eine hübsche Kordelalternative sein. Allerdings ist hier die Optik natürlich eine ganz andere. Das "Zopfige" kann aber je nach Schnitt sehr gut passen und einen hübsche Akzent setzen.

Ebenfalls gerne benutzt werden klassische Schnürsenkel. Gerade die flachgewebten Schuhbänder können als Kordeln toll eingesetzt werden, da sie der meist in gekauften Hoodies verwendeten Flachkordel sehr ähnlich sind. Sie sind günstig und fast überall erhältlich. Außerdem haben sie bereits geformte Enden, was dem Nähwerk einen professionellen Anstrich verleihen kann.

Gerade bei Mädchen und Damen kommt Satinband gerne als Kordelersatz zum Einsatz. Mit dem feinen Schimmer bekommt der Hoodie oder die Jacke einen edlen Touch. Aufgefädelte Perlen können diesen Eindruck noch verstärken.

Und natürlich kann man auch an der Nähmaschine einen Kordelersatz nähen, zumindest für eine Flachkordel. Schneidet euch aus einem passenden gewebten Stoff (der nicht zu dick sein sollte) einen Streifen aus, der so lang wie die Kordel und viermal so breit ist. Bügelt ihn wie Schrägband und steppt ihn an den beiden Langseiten ab - fertig ist die perfekt passende Flachkordel!

Und der Abschluss?

Vor allem bei den gedrehten und der Lieselkordel ist es sehr wichtig, dass ihr die Enden sichert, wenn ihr die Kordel auf Länge geschnitten habt. Das kann durch einfache Knoten geschehen - aber es geht natürlich immer hübscher. Eine schöne Idee sind fertige Kordelenden aus Leder oder SnapPap (wie zum Beispiel im Ösenset unseres aktuellen Fundstücks enthalten), die an das abgeschnittene Ende genäht werden. Es gibt auch Metallenden käuflich zu erwerben. Ebenso ist Schrumpfschlauch eine Möglichkeit (dies haben wir euch hier schon einmal vorgestellt). Oder ihr umwickelt das Kordelende sehr fest mit Faden und fixiert diesen durch eine Längsnaht. Wichtig ist, dass die Kordel die Wäsche übersteht - sonst habt ihr nicht lange Freude daran.

Sicherheitshinweis

Bitte denkt im Zusammenhang mit Kinderkleidung immer daran, dass Kordeln ein Sicherheitsrisiko darstellen! Achtet darauf, dass die Kordeln nicht zu lang sind, baut lieber Fake-Kordeln ein oder verseht eure Kordeln mit einer Sollbruchstelle, die im Ernstfall reißt, bevor sich das benähte Kind stranguliert. Perlen solltet ihr bei Kindern unter drei Jahren gar nicht verwenden. Sicherheit geht immer vor Schönheit!

Was ist eure liebste Kordel-Mach-Methode? Habt ihr noch einen heißen Tipp für die anderen User? Wir freuen uns auf eure Kommentare!