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Was Anfänger beim Nähen beherzigen sollten

Aller Anfang ist schwer, das ist auch beim Nähen so. Auch wenn Nähen ein Handwerk ist, für das man gewisse Techniken beherrschen sollte, so ist es doch kein Hexenwerk. Was man als Nähanfänger beherzigen sollte, um möglichst gute Ergebnisse zu erzielen, erfahrt Ihr hier.

1. Gut gebügelt ist halb genäht

Den Spruch habt Ihr bestimmt schon einmal gehört, oder? Und er hat auf jeden Fall seine Daseinsberechtigung! Beim Nähen sollte immer das Bügeleisen in Einsatzbereitschaft sein. Der Stoff sollte vor dem Zuschnitt gebügelt werden, um die Schnittteile faltenfrei und korrekt zuzuschneiden. Auch beim Nähen ist nach einigen Schritten ein Bügeln der Nähte vonnöten, darauf wird meist in der Anleitung hingewiesen. Ein Saum wird schön gerade, wenn Ihr ihn vorher umbügelt. Und beim Patchwork glüht das Eisen quasi die ganze Zeit! Also, auch wenn Ihr eigentlich nicht gerne und eher selten bügelt, beim Nähen solltet Ihr nicht darauf verzichten.

2. Achtet auf den Fadenlauf

Der Fadenlauf ist sehr wichtig, denn er wirkt sich darauf aus, wie ein Stoff fällt und er sich dehnt. Bei gewebten Stoffen ist der Fadenlauf parallel zur Webkante, bei Maschenware parallel zur Stoffkante. In den Schnittmustern wird der Fadenlauf mit einem Pfeil gekennzeichnet - Ihr müsst das Schnittteil so auf den Stoff platzieren, dass der Pfeil parallel zur Web- bzw. Stoffkante liegt. Es ist nicht ratsam, entgegen dem Fadenlauf zuzuschneiden, um eventuell Stoff zu sparen. Bei Stoffen, die sich nur in eine Richtung dehnen lassen, könnte es passieren, dass sie durch die Missachtung des Fadenlaufs dann nicht passen - und das wäre doch schade.

3. Denkt an die Nahtzugabe!

Ganz wichtig ist beim Zuschnitt auch, an die Nahtzugabe zu denken. Ihr solltet Eure Schnittteile nicht direkt an den Linien ausschneiden, sondern an allen Kanten (nicht am Stoffbruch!) in einem Abstand von in der Regel 0,75cm. Die Breite der Nahtzugabe ist individuell und richtet sich nach Euren Nähgewohnheiten. Wenn Ihr füßchenbreit näht, also die rechte Kante des Nähfußes genau auf der Kante Deines Stoffes liegt, dann könnt Ihr Euch Eure Nahtzugabe einfach ausmessen (in der Regel sollten das 0,75cm sein). Bei Kleidungsstücken empfiehlt sich, eine größere Nahtzugabe zu lassen. Wenn das fertige Kleidungsstück wider Erwarten zu eng sein sollte, habt Ihr die Möglichkeit, es dank der Nahtzugabe etwas zu weiten.

Es gibt auch Schnittmuster, bei denen die Nahtzugabe schon enthalten ist. Hier solltet Ihr unbedingt darauf achten, wie groß diese ist, und entsprechend nähen. Wenn in dem Schnittmuster eine Nahtzugabe von 1cm enthalten ist, könnt Ihr nicht füßchenbreit nähen, sondern müsst einen größeren Abstand wählen.

Nicht ratsam ist es, die Nahtzugabe wegzulassen, weil man eine kleinere Größe braucht. Schnabelina hat in ihrem Blog ganz genau erklärt, warum dies so ist - lest am besten bei ihr nach!

An den Saumkanten solltet Ihr eine Saumzugabe von mindestens 2cm zufügen. Würdet Ihr hier nur eine kleine Saumzugabe hinzufügen, würde sich diese hinterher immer umklappen.

4. Schaut in die Maßtabelle

"Fällt das Kleidungsstück größengerecht aus? Passt die Kaufgröße?" - solche Fragen liest man immer wieder in sozialen Netzwerken. Ich frag mich dann immer, nach welcher Kaufgröße man sich richten soll, denn bei verschiedenen Kleidermarken trägt man meist auch unterschiedliche Größen. Dies ist so, weil die Hersteller unterschiedliche Maßtabellen verwenden, auf deren Basis sie ihre Kleidung schneidern. Bei den Schnittmustererstellern ist das nicht anders, auch hier wird nach unterschiedlichen Tabellen gradiert. Daher solltet Ihr vor dem Nähen von Kleidung immer die Person vermessen, für die das Kleidungsstück sein soll - wenn Ihr für Euch selbst näht, dann solltet Ihr eine zweite Person bitten, Euch beim Vermessen zu helfen. Notiert Euch die Maße am besten, Ihr werdet sie immer wieder brauchen!

Wichtig: Bei manchen Schnittmustern stehen in der Maßtabelle nicht die Körpermaße, sondern die Maße des fertigen Kleidungsstücks. Hier müsst Ihr also unbedingt schauen, was bei der Tabelle dabeisteht.

5. Haltet Euch an die Materialempfehlungen

In den Schnittmustern steht immer eine Empfehlung, aus welchen Stoffen der Schnitt genäht werden kann - und daran solltet Ihr Euch auch halten, denn für diese Stoffe wurde der Schnitt konstruiert und mit diesen Stoffen wurde er getestet. Man kann nicht einfach eine Hose, die aus Jersey genäht werden soll, aus gewebter Baumwolle nähen - die Gefahr, dass sie nicht passt und man gar nicht in sie reinkommt, ist groß.

6. Steckt ab!

Gerade am Anfang, wenn man noch eher ungeübt ist, sollte man nicht mit dem Gebrauch von Stecknadeln geizen. Steckt immer die zwei Teile, die Ihr zusammennähen möchtet, mit Stecknadeln zusammen, damit sie Euch beim Nähen nicht verrutschen. So erzielt Ihr saubere Ergebnisse und müsst Euch nicht über schiefe Nähte ärgern.

Gerne erweitern wir diese Nähweisheiten - wenn ihr noch Tipps für Anfänger habt, dann hinterlasst sie als Kommentar unter diesen Artikel!